Zum Leben in Gemeinschaft

 

Der Apfelbaum wills dem Birnbaum abgucken

 

die Kartoffelstaude schielt auf die Wassermelone

 

aber was machen wir mit einer Melonenschwemme?

 

verdankt doch unsere Küche ihren Ruhm

unseren schmackhaften Kartoffelgerichten.

 

Hedvig Fornander

Unverhoffter Augenblick

Der andere sieht etwas anderes als ich.

Schaue ich mich an, sehe ich ,von innen nach außen‘,

kann nicht absehen von mir.

Der andere schaut mich von außen nach innen an,

sieht, was ist und was war.

Und was mich Jahre bedrückt hat,
wo ich immer noch dachte „hätte ich doch“,
„wäre ich doch“ heißt dann:
Es war die notwendige Reibungsfläche,
an der alle Möglichkeiten des Heute sich entzünden konnten.

Der andere sieht mehr als ich.

anm

Leise

Mit Grüßen aus einem verschneiten Berghäuschen nach Bautagen in Urfeld am Walchensee

 

Leise rieselt der Schnee,

still und starr – „Moment!“

es brodelt und wogt der See,

weihnachtlich? Lichter, Schmuck – ja.

Sonst altes, graues Gemäuer – unwirtlich.

 

In den Herzen ... – ja, was eigentlich?

 

Unscheinbar, unspektakulär profan

wie bei den Hirten auf den Feldern – Verwandlung.

Wand, für Schrank, für Lampe, für Nadelstich,

kehrt Leben ein – in Haus und Herz.

hat

Wir Helden – Nr. 5

... nur noch schnell den Weg freihacken

daw/bra

Wir Helden – Nr. 4

... der Himmel ist so blau

daw/bra

Wir Helden – Nr. 3

... leg hier richtig Strecke zurück

daw/bra

Wir Helden – Nr. 2

... seh‘ hier keine Probleme

daw/bra

Wir Helden – Nr. 1

... schon wieder ein Hindernis – hier geht es leider auch nicht weiter

daw/bra

Verwendet

Mit Grüßen aus einem Berghäuschen nach Bautagen in Urfeld am Walchensee

 

Verwendet

 

der Schraubendreher dreht

der Pinsel streicht

die Schere und die Sense schneiden

der Rechen recht

 

schau hin – was entsteht

 

heller, weiter Raum

sanft sich schmiegende Wiesen 

zwischen smaragdgrün und grau

ankommen und verweilen

 

der Schraubendreher dreht

der Pinsel streicht

der Bauplan lange erdacht

von Meisterhand 

 

menschen

glücklich verwendet 

zum

Umbau

drehen der Schrauben

mähen der Wiesen

rechen von Heu

hat

Wer wir sind

Die Menschen sind gleichsam Gedanken Gottes, die er in die Raum-Zeit entlässt und ihnen damit eine Existenz schenkt, die sie in gewisser Weise ‚unabhängig‘ von ihm macht. Sie bekommen ein Eigenleben.

Weil wir einmal Gedanken Gottes waren, haben wir etwas in uns, das uns zwar nicht zwingt, aber ermöglicht sozusagen seine Gedanken zu bleiben, immer neu zu werden, oder so. Es bleibt unsere Freiheit, wie wir leben.

Ein im Glauben vollendetes Leben (mit anderen Worten, eines, das in die Memoria Gottes zurückkehrt aus der Raum-Zeit) wäre dann so etwas wie ein Gedanke, den Gott zu Ende denken konnte.

Wenn ein Mensch stirbt in Abwendung von Gott, denkt sozusagen er selbst diesen Gedanken Gottes, der er einmal war, zu Ende.

Das kommt mir auch im Psalm 90 entgegen, wo es heißt: „Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus“ und „Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub und sprichst: ‚Kommt wieder, ihr Menschen!‘“ anm

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