Was für ein Stern!

6. Januar 2019, Epiphanie

Die Frage, was der Stern von Bethlehem war, füllt ganze Bibliotheken. Halluzination? Der Halleysche Komet? Oder vielleicht doch eine seltene Konjunktion von Jupiter und Saturn?

Die Antwort findet man nicht im Sternenstaub des Himmels, sondern im Staub der Erde. Es war die kleine Gruppe aus Ägypten entflohener Sklavenarbeiter gewesen, die den wahren Gott erkannten; er wurde ihnen zum Leitstern. Und so ging durch die Existenz des jüdischen Volkes auch den anderen Völkern das Licht der Torah auf, ein „Stern, der aus Jakob aufgeht“. Dieses neue Licht zu finden, ist den Weisen, den Suchenden aus den Völkern Orientierung genug: „Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.“ acb

Mt 2,1-12

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Betlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige! Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Meines Vaters Ding ist mein Ding

30. Dezember 2018, Fest der Heiligen Familie

Zum Fest der Heiligen Familie ist die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel zur Auswahl gestellt. Ihr Höhepunkt ist die erstaunte Frage Jesu an seine schockierten Eltern: „Wusstet ihr nicht …“ – ja, was denn?

Nach dem Schott „dass ich im Haus meines Vaters sein muss“, nach der Einheitsübersetzung „dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört“. Beide Deutungen sind offen. Lukas hat noch das ganze Evangelium vor sich, um Jesus sagen zu lassen, „was meines Vaters ist“. Als er geboren wird, ist er ein Wickelkind und ein Sohn seiner Eltern so ähnlich wie wir. Hier im Tempel zeigt er die andere Seite, salopp gesagt: Das Ding meines Vaters ist auch mein Ding. Als es auf das Konzil von Chalkedon zuging, Mitte des 5. Jahrhunderts, und um diese zwei Seiten an der Person Jesu gerungen wurde, fand der Bischof von Rom eine geniale Formulierung dazu: Ganz auf der Seite Gottes, ganz auf unserer Seite. ars

Lk 2,41-52

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem. Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach. Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten nach ihm. Da geschah es, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.

Über das Religiöse hinaus

23. Dezember 2018, 4. Adventsonntag Lesejahr C

Für den antiken Menschen war es normal, für die Götter oder eine Gottheit Tiere zu opfern. Hellere Köpfe, wie die alttestamentlichen Propheten, durchschauten schon früh, dass das fragwürdig war.

Ihre Kritik, als direkte Anrede an Gott formuliert, wird in der Bibel immer wieder zitiert: „Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert“. Genauso würden sie heute einen Kuhhandel mit Gott nach dem Motto „Ich gebe dir dies und Du gibst mir das“ kritisieren. Wie kann man über dieses Religiöse hinauskommen? Alles beginnt damit, im Volk Gottes gemeinsam nach dem zu fragen, was Gott will und dementsprechend zu handeln, damit das Erkannte Gestalt gewinnt. Das Leben Jesu stand unter diesem Vorzeichen. ruk

Hebr 10,5-10

Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir bereitet; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Siehe, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle –, um deinen Willen, Gott, zu tun. Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er hebt das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen. Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt – ein für alle Mal.

Kein Widerspruch

16. Dezember 2018, 3. Adventssonntag Lesejahr C

Das Nebeneinander von Jubel und Gerichtsandrohung entspricht der Realität des Gottesvolkes seit Jahrhunderten. Ständiges Abirren und Zuwiderhandeln den Wünschen Gottes – und genau da hinein spricht Gott seine Heils- und Gerichtsworte. Warum?

Weil der Mensch und auch das Gottesvolk frei sind, diesen oder jenen Weg zu gehen. Beides aber, Heils- und Gerichtsworte sind eigentlich Lockrufe. Gott möchte durch beides bewegen, ihm zu folgen. Dazu kann auch die Erinnerung daran hilfreich sein, was die Folgen sind und wie es einem ergeht, ohne Gottes vernünftige Weisung. Das Gericht, so muss man die alte Sprache verstehen, zieht man nämlich selbst auf sich, es sind die Folgen eigenen Tuns. Wer den Menschen, sich selbst, und die Geschichte des Volkes Gottes einigermaßen nüchtern betrachtet, der weiß, dass beides nahe bei einander liegt: die Freude an Gott und die Gleichgültigkeit ihm gegenüber. Dennoch sind wir dem nicht ausgeliefert, wie Zefanja sagt: „Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben.“ bek

Zef 3,14-17

Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.

Lehrgang des Advent

9. Dezember 2018, 2. Adventssonntag Lesejahr C

Eine Straße muss gebaut werden. Von allen Himmelsrichtungen nach Jerusalem.

Laut Baruch ist Gott der Bauherr: er spricht, und die Hindernisse geben den Weg frei. Bei anderen Propheten überträgt Gott diese Bauaufgabe den Menschen: „Baut dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straße“. Das ist kein Widerspruch – Gott baut und die sich sammeln lassen, bauen für Ihn. Das ist der große Lehrgang des Advent: Jeden Handgriff, den Gott tut, müssen wir tun, und jeden Handgriff, den wir im Vertrauen auf Gott tun, tut er. tac

Bar 5,1-9

Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht! Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt! Denn Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen. Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht. Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten und sieh deine Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat. Denn zu Fuß zogen sie fort von dir, weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie heim zu dir, ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte. Denn Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, sodass Israel unter der Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann. Wälder und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß. Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.

Wieder vor Christi Geburt?

2. Dezember 2018, 1. Adventssonntag Lesejahr C

Das Neue Jahr 2019 wird wieder mit viel Erwartung und Feuerwerk begrüßt werden. Um den Anfang des neuen Kirchenjahres ist es vergleichsweise still. Wird da jemand erwartet?

Soll der rote Teppich ausgerollt werden für einen „gerechten Spross“, von dem Jeremia spricht, oder für den Menschensohn, der auf einer Wolke kommen soll? Sind wir vielleicht zurückversetzt in den Wartesaal, in die Zeit vor der Ankunft Christi? Advent bedeutet nicht künftiges Ankommen, sondern Gegenwärtigkeit. Benedikt XVI. hat daran erinnert: Das oder der Erwartete ist schon Gegenwart z. B. in den großen Heiligen. Paulus sagt es so: „Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen.“ Dann ist Adventus medius, nicht im Futur und nicht im Präteritum, sondern im Präsens. ars

1 Thess 3,12 – 4,2

Euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch lieben, damit eure Herzen gestärkt werden und ihr ohne Tadel seid, geheiligt vor Gott, unserem Vater, bei der Ankunft Jesu, unseres Herrn, mit allen seinen Heiligen. Im Übrigen, Brüder und Schwestern, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener! Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben.

Wahrheit

25. November 2018 – Christkönigssonntag B

Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Das war in der Sprache des Johannes-Evangeliums das Menschenbild des Jesus von Nazareth. 1200 Jahre nach ihm zog der Theologe Thomas von Aquin daraus die Konsequenz: Jede Wahrheit, ganz gleich, von wem sie gesagt wird, stammt vom Heiligen Geist.

Werden damit die Wahrheitssucher, die Verteidiger von Gerechtigkeit und die Menschen­rechtsaktivisten nicht doch vereinnahmt und zu anonymen Christen gemacht? Nein. Die Frage nach der Wahrheit nimmt den biblischen Glauben aus der Welt der Religionen heraus. Glauben heißt nicht länger: Spezialist für Religiöses sein. Antennen fürs Jenseitige haben. Ins Innere hineinhorchen und dort die Geheimnisse der Welt entdecken wollen. Mit allen Wahrheitssuchenden verbinden den Glaubenden die Fragen: Was ist richtig? Was entspricht der Realität? Was hilft wirklich? Das Wort Jesu verweist auf ein Bündnis mit der Vernunft. acb

Joh 18,33b-37

Pilatus fragte Jesus: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

Der Messias wartet

18. November 2018, 33. Sonntag im Jahreskreis B

„Er sitzt zur Rechten Gottes“ heißt es im apostolischen Glaubensbekenntnis. Der Hebräerbrief beschreibt das näher: „Er hat sich zur Rechten Gottes gesetzt und seitdem wartet er“. Der Messias wartet?

Er wartet, dass sich auswirkt, was er ein für alle Mal getan hat. Die ganze Geschichte Israels hat sich zugespitzt in der Existenz des Messias Jesus. Er hat sein Leben nicht geschont und damit eine Bresche geschlagen in die Mauer der Feindschaft gegen ihn und sein Volk. So ist allen die Verwirklichung einer neuen Lebensweise für immer eröffnet. hak

Hebr 10,11-14.18

Jeder Priester steht Tag für Tag da, versieht seinen Dienst und bringt viele Male die gleichen Opfer dar, die doch niemals Sünden wegnehmen können. Dieser aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt; seitdem wartet er, bis seine Feinde ihm als Schemel unter die Füße gelegt werden. Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt. Wo also die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr.

Das alles verändernde Zuerst

11. November 2018, 32. Sonntag im Jahreskreis B

Worum der alttestamentliche Prophet Elija die Witwe von Sarepta bittet, ist nicht schwer: ein Brot für ihn backen. Allerdings gibt es eine entscheidende Bedingung: Es soll zuerst geschehen. Das verändert alles.

Zuerst oder danach? Daran zeigt sich, was wirklich zählt. Das Entscheidende kommt oft deswegen nicht zum Zug, weil es sich nachgeordnet wiederfindet: nachdem die eigenen Schäfchen ins Trockene gebracht sind, nachdem alles geregelt ist, nach diesem Leben. Bei dieser Witwe ist es anders: Sie geht und tut, wie es Elija gesagt hat. Sie gibt zuerst der Geschichte Gottes eine Chance und kümmert sich danach um das Eigene. Erstaunlicherweise ordnet sich das Eigene dann auch für sie zum Besten. ruk

1 Kön 17,10-16

Der Prophet Elija machte sich auf und ging nach Sarepta. Als er an das Stadttor kam, traf er dort eine Witwe, die Holz auflas. Er bat sie: Bring mir in einem Gefäß ein wenig Wasser zum Trinken! Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit! Doch sie sagte: So wahr der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe nichts mehr vorrätig als eine Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Ich lese hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim, um für mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten. Das wollen wir noch essen und dann sterben. Elija entgegnete ihr: Fürchte dich nicht! Geh heim, und tu, was du gesagt hast. Nur mache zuerst für mich ein kleines Gebäck, und bring es zu mir heraus! Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen auf den Erdboden sendet. Sie ging und tat, was Elija gesagt hatte. So hatte sie mit ihm und ihrem Sohn viele Tage zu essen. Der Mehltopf wurde nicht leer, und der Ölkrug versiegte nicht, wie der Herr durch Elija versprochen hatte.

Was heißt das schon „Gott lieben“?

4. November 2018, 31. Sonntag im Jahreskreis B

Der Schriftgelehrte will die Rechtgläubigkeit Jesu prüfen. Dabei zielt die Frage des Schriftgelehrten nach dem wichtigsten Gebot ins Zentrum der Theologie: Was will Gott von uns?

Jesus zitiert aus Israels Bibel. Aber er schreibt den Originaltext fort, indem er die Art und Weise, wie der Mensch Gott lieben soll, ergänzt: „mit deinem ganzen Denken“. Und er nimmt noch eine weitere Akzentuierung vor. Er verbindet das Hauptgebot aus Deuteronomium mit dem der Nächstenliebe aus Levitikus und rückt beide an die erste Stelle: „Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden“. Was heißt das? Es heißt, dass der Weg zu Gott über die Welt führt. bek

Mk 12,28b-31

Ein Schriftgelehrter hörte, wie treffend Jesus antwortete; so ging er zu ihm hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.

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