In guter Gesellschaft

17. März 2019, Zweiter Fastensonntag C

Die drei Jünger, die mit Jesus auf dem Berg Tabor waren, erkannten etwas, was den Weg der Kirche bis heute bestimmt: Jesus war kein Einzelgänger.

Er ist nicht wie ein Meteorit vom Himmel gefallen, sondern er steht in der Tradition Israels. Sie hat ihn und damit auch die Kirche geprägt. Zwei Gestalten werden bei Jesus sichtbar, mit allem wofür sie stehen: Mose, dessen Weisungen bis heute die Grundlage unseres Zusammenlebens sind. Elija, der sich nicht dem übermächtigen Zeitgeist seiner Tage beugte und damit den Maßstab für alle weiteren Propheten setzte. In dieser Gesellschaft erkennen die Jünger, wer Jesus eigentlich ist. Jesus und seine Botschaft stehen ein für alle Mal in dieser Gefährtenschaft. ruk

Lk 9,28-36

Es geschah aber: Etwa acht Tage nach diesen Worten nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte. Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Und es geschah, als diese sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie aber fürchteten sich, als sie in die Wolke hineingerieten. Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Während die Stimme erscholl, fanden sie Jesus allein. Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem, was sie gesehen hatten.

Eine Frage der Macht

10. März 2019, Erster Fastensonntag C

Jesus kann nicht zaubern? Nicht von der Tempelzinne springen, ohne sich zu verletzen? Nein, kann er nicht.

Weil er kein mythischer Halbgott ist. Er ist ganz und gar Mensch wie jeder von uns. Und dazu Jude, der haargenau weiß, wem allein Anbetung gebührt. Aber er ist auch ein freier Mensch und muss selbst die Entscheidung treffen, eine Glaubensentscheidung. Die schärfste der drei Herausforderungen des Widersachers an Jesus steht in der Mitte: Bete mich an! Es geht um die Machtfrage: wer hat letztlich das Sagen? Es reicht dem Bösen nicht, dass er über die Macht und Herrlichkeit der Reiche der Erde verfügt, sondern er möchte angebetet werden. Sein Ziel wäre gewesen, mit Hilfe Jesu in die Position aufzusteigen: er als der Höchste. Bis heute zeigt die Geschichte auch Spuren der Herrschaft des Widersachers mit Hass und Zerstörung. Jesus weiß sich als Sohn des jüdischen Volkes und seines Gottes, dessen Macht Liebe und Dienst heißt. Deshalb kann er die Welt im Gleichgewicht der Mächte halten. Und jeder Glaubende hilft ihm dabei. bek

Lk 4,1-13

Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jordan zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt, vierzig Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts; als sie aber vorüber waren, hungerte ihn. Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden. Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Da führte ihn der Teufel hinauf und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören. Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab; denn es steht geschrieben: Seinen Engeln befiehlt er deinetwegen, dich zu behüten; und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Da antwortete ihm Jesus: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel bis zur bestimmten Zeit von ihm ab.

Der Mensch braucht einen guten Meister

3. März 2019, 8. Sonntag im Jahreskreis C

Der gute Baum trägt gute Früchte. Von der Welt mit dem Menschen darin sagt Gott am Anfang ausdrücklich, dass es gut war.

Seither erwartet der Schöpfer mit Recht gute Früchte von seinem großen Baum. Der Mensch bringt seine Früchte allerdings nicht nach der Art seiner Gene, sondern nach der Art seines Meisters. Die Früchte reifen durch Lernen und Nachahmung: „Jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein.“ In der Geschichte sorgt Gott seit Abraham auch für den guten Meister, der mit Recht sagen kann, folge mir nach! tac

Lk 6,39-46

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen? Ein Jünger steht nicht über dem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen. Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte bringt. Denn jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor und der böse Mensch bringt aus dem bösen das Böse hervor. Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht sein Mund. Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr! und tut nicht, was ich sage?

Was dir gefällt

24. Februar 2019, 7. Sonntag im Jahreskreis C

Die erste Lesung erzählt, wie David seinen Feind Saul verschont. In der Kombination mit Worten Jesu aus der sogenannten Feldrede wird das Thema Feindesliebe in den Vordergrund gerückt.

Das Gebot der Feindesliebe begegnet an vielen Stellen der Tora und Jesus schreibt daran fort, wenn er sagt: „Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin“. Aber keineswegs macht er das, wenn ihm der Diener des Hohenpriesters beim Prozess ins Gesicht schlägt. „Warum schlägst du mich?“, fragt er ihn. Die biblische Feindesliebe wird heute vielfach als Pazifismus verstanden. So naiv war auch die Kirche bisher nicht. Gerechter Krieg und Tyrannenmord wurden nie als Gegensätze zur gebotenen Feindesliebe gesehen. Das konnte sie auch von den Griechen lernen, die ihre Göttin Athene immer Helm-bewehrt darstellten als Bild der Weisheit. Das Tagesgebet nennt die Beter solche, „die immer über das Vernünftige nachdenken, das dir gefällt: semper rationabilia meditantes, quae tibi sunt placita“. Es ist eine Einladung. ars

Lk 6,27-38

Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen! Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen! Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd! Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand das Deine wegnimmt, verlang es nicht zurück! Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen! Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr denen Geld leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzubekommen. Doch ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurückerhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.

Theologie der Trockenheit oder Trockenschwimmen in der Zeitgeistwüste

17. Februar 2019, 6. Sonntag im Jahreskreis C

In meinem Postfach landet der neueste Werbeprospekt des katholischen Verlags. Er zählt mir „die aktuellen Themen der Theologie“ auf:

Klimawandel, Schöpfungsverantwortung, Postwachstumsökonomie, soziale Gerechtigkeit durch nachhaltiges Handeln. Auch schon der Prophet Jeremia, über 2600 Jahre vor uns, schreibt von Trockenheit, Ausbreitung der Wüste und Hitzewellen. Setzt das Gottesvolk nicht mehr ausschließlich auf Gott und seine Führung, ist es wie ein vertrockneter Wald. Macht es sein Überleben und Wachsen von diplomatischem Geschick abhängig und schwingt es sich bequem auf den Zeitgeist ein, lebt es wie auf sauren Böden. Vertraut es nur auf Ihn, bleiben seine Blätter grün. So gesehen, sind die neuen Verlagstitel vielleicht doch „die aktuellen Themen“. acb

Jer 17,5-8

So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt. Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.

Fahr hinaus, wo es tief ist

10. Februar 2019, 5. Sonntag im Jahreskreis C

Manchmal gibt es das: Die Begegnung mit einem Menschen verändert alles.

Simon kennt Jesus aus der Synagoge in Kafarnaum. Er hat ihn sogar schon als Gast bei sich im Haus gehabt und erlebt, dass durch ihn die Mutter seiner Frau wieder zu Kräften kam. Nun sitzt Jesus in seinem Boot und Simon hört ihm mit dem Volk zu. Dann kommt unerwartet ein Wort direkt an ihn. Es ist der Rat eines Nichtfachmanns, nach erfolgloser nächtlicher Arbeit die Netze erneut auszuwerfen. Simon vertraut auf das Wort und handelt danach. Sonst wäre nichts geschehen. So aber machen sie einen reichen Fang, den Netze und Boote kaum fassen können. Nur dank der Kooperation der Begleiter wird er geborgen und dadurch entsteht Überfluss für viele. An diesem Vorgang wird Simon zu Petrus, weil ihm die Augen aufgehen. Und von diesem Moment an stellt er mehr als sein Boot zur Verfügung: sein Leben. hak

Lk 5,1-11

Es geschah aber: Als die Volksmenge Jesus bedrängte und das Wort Gottes hören wollte, da stand er am See Gennesaret und sah zwei Boote am See liegen. Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische; ihre Netze aber drohten zu reißen. Und sie gaben ihren Gefährten im anderen Boot ein Zeichen, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie fast versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr! Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgten ihm nach.

Nicht erschrecken!

3. Februar 2019, 4. Sonntag im Jahreskreis C

Jeremia hätte an seinem Auftrag verzweifeln können.

Er muss seine Zeitgenossen davor warnen, auf windige politische Versprechungen zu setzen. Sein Prophetenbuch ist davon durchzogen, dass ein Leben in Gerechtigkeit wichtiger ist als mit dem Zeitgeist konform zu sein. Die Identität als Volk Gottes ist vorrangig zu politischen Anpassungen und taktischen Überlegungen. Bis heute kämpft die Kirche damit. Ohne Erfolgsaussicht soll Jeremia vor dem Volk darüber sprechen. Werden sie ihn nicht bezwingen? Wer die Gedanken Gottes ausspricht, hat Bestand wie eine befestigte Stadt, denn er ist von einem anderen gehalten. Diese Zusage gilt bis heute. ruk

Jer 1,4-5.17-19

In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda, erging das Wort des HERRN an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Du aber gürte dich, tritt vor sie hin und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage! Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken! Siehe, ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt, zur eisernen Säule und zur bronzenen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda und gegen die Bürger des Landes. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten – Spruch des HERRN.

Die einzige Chance

27. Januar 2019, 3. Sonntag im Jahreskreis C

Wir überblicken gut dreitausend Jahre Volk-Gottes-Geschichte. Meistens war es nur halb oder gar nicht bei der Sache. Und doch überlebt es, wenn auch nur am seidenen Faden. Wie kommt das?

Der heutige Glaubensschwund sucht seinesgleichen. Ähnlich dürfte die Lage des Glaubens aber immer schon gewesen sein, selbst im biblischen Israel, wie die Texte belegen. Nehemia beklagt den katastrophalen Bruch des Bundes, den Israel gegenüber Gott begangen hat. Dies hatte zum babylonischen Exil im 5. Jahrhundert v. Chr. geführt. Die eigentliche Zerstörung ist aber nicht die äußere Schleifung der Stadt und des Tempels, sondern der Verlust des Kostbarsten: das Wissen darum, Gottes Eigentumsvolk zu sein, ja sogar Seine Braut. Das Volk erkennt unter Tränen, was verloren gegangen ist, hört Gottes Wort und fragt neu nach Seinem Willen. bek

Neh 8,2-4a5-6.8-10

Das ganze Volk versammelte sich geschlossen auf dem Platz vor dem Wassertor und bat den Schriftgelehrten Esra, das Buch mit der Weisung des Mose zu holen, die der HERR den Israeliten geboten hat. Am ersten Tag des siebten Monats brachte der Priester Esra die Weisung vor die Versammlung, Männer und Frauen und überhaupt alle, die schon mit Verstand zuhören konnten. Vom frühen Morgen bis zum Mittag las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor den Männern und Frauen und denen, die es verstehen konnten, daraus vor. Das ganze Volk lauschte auf das Buch der Weisung. Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz, die man eigens dafür errichtet hatte. Esra öffnete das Buch vor aller Augen; denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle. Man las aus dem Buch, der Weisung Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten. Nehemia, der Priester und Schriftgelehrte Esra und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sagten dann zum ganzen Volk: Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des HERRN, eures Gottes. Seid nicht traurig und weint nicht! Alle Leute weinten nämlich, als sie die Worte der Weisung hörten. Dann sagte er zu ihnen: Nun geht, haltet ein festliches Mahl und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn. Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.

Das allein Genügende

20. Januar 2019, 2. Sonntag im Jahreskreis C

Panem & circenses – Brot und Spiele – hieß in der Antike eine Methode, um das Volk ruhig zu stellen, oder bei Wahlen sich Stimmen zu sichern.

Bei einer Brotvermehrung droht auch Jesus diese Atmosphäre, als das Volk ihn zum König machen will, nachdem es satt geworden ist. In Kana passiert keine Bestechung, sondern ein „Zeichen“. Jesus will nicht die Grundbedürfnisse des Menschen befriedigen, sondern ihn in seinem ganzen Menschsein erlösen. Und dazu braucht es – gleich am Anfang – den Überfluss des Festes – und zwar einer Hochzeit. Denn wie Joseph Ratzinger weiß: „Nur der Liebende kann die Torheit einer Liebe begreifen, für die Verschwendung Gesetz, der Überfluss das allein Genügende ist.“ tac

Joh 2,1-11

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.

Fortissimo-piano

13. Januar 2019, Fest der Taufe Jesu

Alle vier Evangelisten sind damit konfrontiert, dass Jesus sich wie viele seiner jüdischen Zeitgenossen der Bußtaufe des Propheten Johannes unterzogen hat.

Wenn Lukas von der Taufe Jesu erzählt, schiebt er Johannes gleichsam in die Hinterbühne und zieht alle Register, um zu sagen, wer dieser Täufling in Wahrheit ist: Der Himmel tut sich auf, der Geist schwebt auf ihn und die Stimme aus dem Off erklärt ihn zum Sohn, dem geliebten, erwählten. In der Apostelgeschichte sagt Petrus es verhaltener, aber nicht weniger deutlich: Er ist das Wort an Israel, der Kyrios, Gott ist mit ihm. Zusammengefasst: Jesus wird proklamiert als der Repräsentant Gottes. Kurz vor Weihnachten schrieb ein protestantischer Theologe in der FAZ: „Das ist die Krise, um die es geht: Gott kann in der Welt nicht mehr verlässlich ‚repräsentiert‘ werden.“ Der Täufer soll zu den Leuten gesagt haben: „Mitten unter euch ist einer, den ihr nicht kennt.“ ars

Lk 3,15-16.21-22

Das Volk voll Erwartung, und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.

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