Übersetzungsfehler

25. Juni 2017, 12. Sonntag im Jahreskreis A

Für einen normalen Christen enthält Jeremias Klagelied einen schrillen Misston: „Ich werde deine Rache an ihnen erleben.“ Mit diesem einen Wort wird eines der folgenschwersten und hartnäckigsten Vorurteile wachgerufen:

der alttestamentliche Gott der Rache, der von dem neutestamentlichen Gott der Liebe abgelöst wurde. Zum Glück hat die neue Einheitsübersetzung diesen Fehler korrigiert: nicht Rache, sondern Vergeltung, d. h. Wiederherstellung der Gerechtigkeit. Der Prophet will keine persönliche Genugtuung, er will, dass die Verfolger nicht obsiegen, dass die üble Nachrede aufgedeckt, das Unrecht wiedergutgemacht, die Gewalt beendet wird. Wenn Jeremia mit ganz Israel zu dem „Gott der Vergeltung“ ruft, dann deshalb, weil das Böse nicht nur erlitten, sondern bekämpft und überwunden werden muss. mim

Jer 20,10-13 (neue Einheitsübersetzung)

Jeremia sprach: Ich hörte die Verleumdung der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihn überwältigen und an ihm Rache nehmen können. Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach. Aber der Herr der Heerscharen prüft den Gerechten, er sieht Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen; denn dir habe ich meinen Rechtsstreit anvertraut. Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter.

Diskriminierung

18. Juni 2017, 11. Sonntag im Jahreskreis A

Ob in der Schule, im Büro, vor dem Standesamt oder in der Dusche am Schwimmbad – Diskriminierung ist gegen das Gesetz: Wir behandeln alle gleich. Eigenartig, dass die Bibel einen so ganz anderen Weg erzählt:

„Ihr seid mein besonderes Eigentum.“ Gott macht einen Unterschied. Er wählt aus. Er braucht nur wenige, sein winziges Volk: Israel. Wie auf Adlerflügeln trägt er sie zu ihrer Erwählung. Oft wollen sie gar nicht, denn die Wahl ist ihnen eine Last. Als ein Volk zu Diensten zu sein – „ein Reich von Priestern“, „heiliges Volk“ – nur um zu zeigen: So könnte eine Gesellschaft aussehen. So kann man leben. Erst dadurch gibt es die Freiheit zu wählen, für alle. acb

Ex 19,2-6a

In jenen Tagen kamen die Israeliten in die Wüste Sinai. Sie schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber dem Berg. Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der Herr vom Berg her zu: Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden: Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe. Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören.

Konsequenz aus Pfingsten

11. Juni 2017, Dreifaltigkeitssonntag A

Die kirchliche Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes scheint herauszustellen, wie unbegreiflich und fern er ist. Paulus sieht das anders.

Er ist seiner Nähe sicher und schreibt deshalb der Gemeinde in Korinth, die ihre Einheit verloren hat. Da ihnen der Auftrag aus dem Blick gerät, sie uneinig sind, und Ungeordnetes ihre Freude verdunkelt, stellt der Apostel ihnen die Dreifaltigkeit vor Augen: Der eine, in der Geschichte entdeckte Gott Israels hat durch Jesus aufgedeckt: Von Gott her ist alles da und durch seinen Geist können sie das auch verstehen, können sie einig sein. Diese Dreifaltigkeit ist die nötige Hilfe, die Einheit wieder zu finden. hak

2 Kor 13,11-13

Freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Mehr als die UNO

4. Juni 2017, Pfingstsonntag A

Ein Endzeitszenario löst das andere ab, die einen geben unserem Planeten noch 1000 Jahre, andere nur 100.

Unsere Vorfahren, etwa vor 2500 Jahren, wurden ebenso von Schreckensbildern gejagt: dass die Sonne morgens plötzlich nicht mehr aufgehen würde, dass die oberen Himmelsgewölbe einstürzen und die Erde in Meer verwandeln würde … Aber einerseits sagte ihnen ihr Verstand, dass sie die Welt und das Leben ohnehin nicht in der Hand hätten, und auf der anderen Seite machten in Israel einige die eindrückliche Erfahrung eines Beistands eigener Art – beides ließ sie schließlich formulieren: „Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. In ihm hat alles Bestand.“ (Weish 1,7)
Diese Erkenntnis machte Fortschritte und wurde konkreter: Am meisten sei das Leben auf diesem Planeten bedroht durch die menschengemachten Katastrophen wie die inneren und äußeren Kriegsschauplätze, die von bösen Gedanken in den Herzen von Menschen ihren Ausgang nähmen. Dennoch Einheit, Frieden unter den so Verschiedenen? Vor etwa 2000 Jahren dann kam der „Geist des Herrn“ in Gestalt von Feuerzungen auf die Mitglieder einer Versammlung in Jerusalem. Und der Funke sprang über, so dass das Ersehnte entstand, unter Menschen „aus der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens, auch Römer, Juden und Proselyten, Kreter und Araber“: gegenseitiges Verstehen – im Hören auf diesen Geist.
Die institutionalisierte Völkerverständigung heute, die UNO, ist nur ein dürftiges Derivat, ja eine antiisraelische Gegenveranstaltung zu dem, was damals geschah. Die Kirche kennt noch den Originalgedanken und formuliert deshalb im Tagesgebet: „Was deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat, das wirke sie auch heute.“ bek

Weish 1,7 (Eröffnungsvers) / Apg 2,1-11

Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. In ihm hat alles Bestand. Nichts bleibt verborgen vor ihm.

 

Apg 2,1-11
Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Vorbereitung

28. Mai 2017, 7. Sonntag der Osterzeit A

Es geschieht nur selten, dass die liturgischen Texte uns noch überraschen. Doch die Lesungen dieses Sonntags zwischen Himmelfahrt und Pfingsten sind voll von ungewöhnlichen Begriffen, die nicht aus unserem Wortschatz stammen:

„selig preisen“, „verherrlichen“ ... und in der Apostelgeschichte noch ein Fremdwort: „einmütig verharren“. Wo gibt es das, dass einige tagelang beieinander bleiben, um sich darüber klar zu werden, was ihnen widerfahren ist? Und wo sind die 12, 70 oder gar 120, die eines Sinnes sind, von einer einzigen Leidenschaft, nämlich der Leidenschaft Jesu beseelt? Würde eine Gemeinde sich heute ebenso wie damals in Jerusalem versammeln, der Geist würde sicher nicht zögern, auf sie herabzukommen. mim

Apg 1,12-14

Als Jesus in den Himmel aufgenommen war, kehrten die Apostel vom Ölberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.

Rede und Antwort

21. Mai 2017, 6. Sonntag der Osterzeit A

Auf Fragen nach ihrem Glauben und Leben sollen die Christen klar und deutlich Rede und Antwort stehen. Der Verfasser benutzt im Griechischen das Wort Verteidigung, „Apologie“.

Damit ruft er die berühmteste Verteidigungsrede der Antike in Erinnerung, die seine Leser kannten: Die Apologie des Sokrates. Der hatte sich gegen Verleumdungen zu verteidigen, die letztlich dennoch zu seinem Todesurteil  führten: Gottlosigkeit und Verführung der Jugend.

In einer ähnlichen Situation sieht der Petrusbrief die Christen. Es geht nicht um das Wiedergewinnen der bürgerlichen Ehre, sondern um die Wahrheit. Für die Christen heißt das, sich von den Verleumdungen nicht verunsichern zu lassen und die eigene bescheidene Wirklichkeit nicht verschämt verstecken zu müssen. Ihre Gemeinschaft ist Gemeinschaft „in Christus“. Ihre Apologie ist ihr Miteinander. Es ist ihre eigentliche Art, Rede und Antwort zu stehen. acb

1 Petr 3,15-18

Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen. Dann werden die, die euch beschimpfen, weil ihr in der Gemeinschaft in Christus ein rechtschaffenes Leben führt, sich wegen ihrer Verleumdungen schämen müssen. Es ist besser, für gute Taten zu leiden, wenn es Gottes Wille ist, als für böse. Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht.

Aus Steinen

14. Mai 2017, 5. Sonntag in der Osterzeit A

Petrus bedeutet „Stein“. Deswegen klingt aus dem Mund des „Felsen“-Apostels Petrus besonders markant, was Christsein bedeutet:

- sich als Stein zum Leben erwecken zu lassen,
- das Herz aus Stein durch eins aus Fleisch ersetzen zu lassen,
- sich mit anderen Steinen zusammenfügen zu lassen zu einem strukturierten Bau,
- dies auf dem schon gelegten lebendigen Eckstein auf dem Zion – Jesus Christus,
- dadurch mit ihm, dem Stein des Anstoßes, anstößig werden,
- dadurch auch Teil haben an seinem Verworfen-Sein
und so eins werden mit dem „besonderen Eigentum“ Gottes, dem Gottesvolk. tac

1 Petr 2,4-9

Kommt zum Herrn, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist. Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen. Denn es heißt in der Schrift: Seht her, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde. Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.

Was tun?

7. Mai 2017, 4. Sonntag der Osterzeit A

Am Ende wurde er als falscher Messias denunziert und getötet. Wenige sehen, was unsichtbar ist: dass der unschuldig Verurteilte ins Recht gesetzt wurde, an Gottes rechte Seite erhoben.

Sichtbar ist, dass die zuvor feige Geflohenen nun mutig als Gemeinschaft an die Öffentlichkeit gehen. Und hörbar ist, dass sie ihre Brüder, „das ganze Haus Israel“, anreden. Ezechiel sah es als Totengebein daliegen, doch dann vom Geist Gottes lebendig werden. Das ist jetzt neu im Gang, sagen sie, durch „diesen Jesus“. Und die Hörer? Sie schenken denen, die das Neue schon erfahren haben, Vertrauen. Also fragen sie, wohin ihre Füße laufen sollen, wo die Hände zulangen sollen: „Was sollen wir tun, Brüder?“ hak

Apg 2,14a.36-41

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt. Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird. Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation! Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.

Das Leben der kommenden Welt

30. April 2017, 3. Ostersonntag A

Jeden Sonntag bekennen die zum Gottesdienst Versammelten ihren Glauben an „das ewige Leben“. Insgeheim wünscht sich wahrscheinlich keiner, dass es allzu schnell kommen möge, geht ihm nach üblicher Auffassung doch der Tod voraus.

Im Großen Glaubensbekenntnis heißt es „das Leben der kommenden Welt“. Der Verfasser des Petrusbriefs sieht den Beginn dieses neuen Lebens in der Gottesfurcht, die das Leben der Gemeinden von dem ihrer Umwelt unterscheiden soll. „Ewigkeit“ bedeutet damit: der kommenden Welt Gottes zu begegnen und sie zu erhoffen. mim

1 Petr 1,17-21

Wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht. Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war schon vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, so dass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt.

Osterbeweis?

23. April 2017, 2. Ostersonntag A

Es ist ziemlich überraschend, wie Johannes in der kleinen Ostergeschichte den Gruß betont, mit dem der auferstandene Jesus in die Versammlung der Jünger kommt. Gleich dreimal wiederholt Jesus dieses Wort: „Der Friede sei mit euch!“

Viel wichtiger als dass Thomas seinen Finger in die Wunde Jesu legt, ist dem vierten Evangelisten also, dass Jesus den Finger in die Wunde der Jünger legt: Es ist immer der Unfriede unter ihnen, der den anderen den Zugang zum Glauben und zu einem neuen Leben verbaut. Noch heute ist der Gruß Jesu das Wort, mit dem der Bischof die Messe beginnt: „Der Friede sei mit euch“. In der Liturgie ist das Wissen gespeichert, dass das Osterwunder darin besteht, dass die von Natur aus nicht zueinander Passenden, die sich nicht einmal gesucht haben, beieinander bleiben. Nur wenn sie sich in Frieden bringen lassen, gibt es einen auferstandenen Leib auch heute. acb

Joh 20,19-31

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus – Zwilling –, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

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