Unpassend

14. August 2016, 20. Sonntag im Jahreskreis C

Es ist das Allerunpassendste, was das Evangelium dieses Sonntags von Jesus erzählt: Er bringt Feuer und Streit.

Er hat es sogar von sich selber gesagt. In seinem Gefolge ereignen sich Auseinandersetzung und Spaltung. Auch in die heilige Familie zog Unverständnis und Trennung ein. Sie wollten ihren befremdenden Sohn zurückholen und erklärten ihn für verrückt. Im Lukasevangelium steht das Wort Jesu in einer Reihe von Warnungen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich im Leben zu entscheiden.  Jahrhundertelang gab es in diesem Sinn nichts mehr zu entscheiden. Alle waren ja Christen. Feuer unterm Dach herrschte in der Familie vielleicht, wenn einer ins Kloster ging. Aber das Wort, dass wegen der Nachfolge zwei gegen drei stehen, oder Mutter gegen Tochter, hat selbst das Mehrheitschristentum nicht streichen wollen. acb

Lk 12,49-53

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist.

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Was teilen?

7. August 2016, 19. Sonntag im Jahreskreis C

Die Jerusalemer Urgemeinde hat keinen guten Ruf. Wenn man sie nicht gleich als fromme Utopie beiseite schiebt, wird sie auf eine Urform des Kommunismus reduziert.

So gibt es heute, nach dem Zusammenbruch aller Ideologien, kaum noch einen, der sie zum Vorbild nehmen will.

Im Buch der Weisheit wird eine andere, weniger bekannte Urgemeinde beschrieben: die in ihren Häusern in Ägypten versammelten Israeliten. Bevor sie aus dem Land der Sklaverei fliehen, unterstellen sie sich noch einmal einmütig wie am Sinai dem Gesetz Gottes. Sie versprechen, alle Vorteile und Risiken des Auszugs zu teilen. Sie bilden eine Güter- und Gefahrengemeinschaft. Obwohl sie nicht wissen, was kommen wird. Oder gerade deswegen. mim

Weish 18,6-9

Die Nacht der Befreiung wurde unseren Vätern vorher angekündigt; denn sie sollten zuversichtlich sein und sicher wissen, welchen eidlichen Zusagen sie vertrauen konnten. So erwartete dein Volk die Rettung der Gerechten und den Untergang der Feinde. Während du die Gegner straftest, hast du uns zu dir gerufen und verherrlicht. Denn im Verborgenen feierten die frommen Söhne der Guten ihr Opferfest; sie verpflichteten sich einmütig auf das göttliche Gesetz, dass die Heiligen in gleicher Weise Güter wie Gefahren teilen sollten, und sangen schon im Voraus die Loblieder der Väter.

Noch heute

31. Juli 2016, 18. Sonntag im Jahreskreis C

In Rom gibt es noch die Ruinen eines Tempels, geweiht „dem heutigen Glück“. Soviel wussten schon die Heiden.

Diesen Sonntag durchzieht ein ähnlicher Realismus: „Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische.“ „Alles ist eitel Windhauch.“ Und im Evangelium heißt es „Du Narr, noch heute Nacht …“. Während der Mensch in der Lebensplanung seine Sicherheit sucht, hält Gott dagegen, was alles auf den Kopf stellt: Tausend Jahre sind wie ein einziger Tag. acb

Aus Ps 90 (Antwortpsalm)

Herr, du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“ Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht. Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus; sie gleichen dem sprossenden Gras. Am Morgen grünt es und blüht, am Abend wird es geschnitten und welkt. Unsere Tage zu zählen, lehre uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz. Herr, wende dich uns doch endlich zu! Hab Mitleid mit deinen Knechten! Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage. Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes! Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

Jetzt schon

24. Juli 2016, 17. Sonntag im Jahreskreis C

Die Farbe eines Sonntags prägen neben den biblischen Texten auch die Gebete. Vor allem das Tagesgebet.

Es leistet in unnachahmlicher Kürze und Prägnanz die Übersetzungsarbeit zu dem, was das Glaubensbewusstsein der Kirche ist.

Die Schott-Übersetzung verschleiert eher seine Aussage: „Hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren.“ Original heißt es: „Dass wir die vergänglichen Güter jetzt (nunc) so gebrauchen, dass wir schon (iam) den bleibenden (Gütern) anhängen können.“ Dem mit der Kirche Mitbetenden wird zugetraut, einen Unterschied zwischen vergänglichen (transeuntes) und bleibenden (mansuris) Gütern zu erkennen und sein jetziges weltliches Handeln schon an dem auszurichten, was Bestand hat. Was das ist, wird nicht ausgeführt. Eschatologie: Das Bleibende/Letzte kann sich nur am veränderten Vorletzten zeigen. ars

Tagesgebet

Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig. Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren.

 

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Protéctor in te sperántium, Deus, sine quo nihil est válidum, nihil sanctum, multíplica super nos misericórdiam tuam, ut, te rectóre, te duce, sic bonis transeúntibus nunc utámur, ut iam possímus inhærére mansúris.

Zehn Gerechte gesucht

24. Juli 2016, 17. Sonntag im Jahreskreis C

Auf einen Freund kann man zählen und ihm notfalls auch klar sagen: „Das kannst du doch nicht tun!“ Davon geht Abraham aus.

Denn er, der „Freund Gottes“, ist eingeweiht in dessen Sorge um die Welt. Sechsmal setzt Abraham neu an mit einem „Vielleicht“ und argumentiert, bis das notwendige Minimum von 50 auf 10 gesunken ist. So wenige würden reichen, das Chaos der Welt abzuwenden. Zudringlich bitten und beim Tun davon ausgehen: Das rettende Minimum wird gefunden. hak

Gen 18,16-32

Die Männer erhoben sich von ihrem Platz und schauten gegen Sodom. Abraham wollte mitgehen, um sie zu verabschieden. Da sagte sich der Herr: Soll ich Abraham verheimlichen, was ich vorhabe? Abraham soll doch zu einem großen, mächtigen Volk werden, durch ihn sollen alle Völker der Erde Segen erlangen. Denn ich habe ihn dazu auserwählt, dass er seinen Söhnen und seinem Haus nach ihm aufträgt, den Weg des Herrn einzuhalten und zu tun, was gut und recht ist, damit der Herr seine Zusagen an Abraham erfüllen kann. Der Herr sprach also zu Abraham: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja, das ist laut geworden, und ihre Sünde, ja, die ist schwer. Ich will hinabgehen und sehen, ob ihr Tun wirklich dem Klagegeschrei entspricht, das zu mir gedrungen ist. Ich will es wissen. Die Männer wandten sich von dort ab und gingen auf Sodom zu.

Abraham aber stand noch immer vor dem Herrn. Er trat näher und sagte: Willst du auch den Gerechten mit den Ruchlosen wegraffen? Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt: Willst du auch sie wegraffen und nicht doch dem Ort vergeben wegen der fünfzig Gerechten dort? Das kannst du doch nicht tun, die Gerechten zusammen mit den Ruchlosen umbringen. Dann ginge es ja dem Gerechten genauso wie dem Ruchlosen. Das kannst du doch nicht tun. Sollte sich der Richter über die ganze Erde nicht an das Recht halten?

Da sprach der Herr: Wenn ich in Sodom, in der Stadt, fünfzig Gerechte finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben.

Abraham antwortete und sprach: Ich habe es nun einmal unternommen, mit meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Wirst du wegen der fünf die ganze Stadt vernichten?

Nein, sagte er, ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde.

Er fuhr fort, zu ihm zu reden: Vielleicht finden sich dort nur vierzig.

Da sprach er: Ich werde es der vierzig wegen nicht tun.

Und weiter sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich weiterrede. Vielleicht finden sich dort nur dreißig.

Er entgegnete: Ich werde es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde.

Darauf sagte er: Ich habe es nun einmal unternommen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig.

Er antwortete: Ich werde sie um der zwanzig willen nicht vernichten.

Und nochmals sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich nur noch einmal das Wort ergreife. Vielleicht finden sich dort nur zehn.

Und wiederum sprach er: Ich werde sie um der zehn willen nicht vernichten.

Zum Lachen

17. Juli 2016, 16. Sonntag im Jahreskreis C

Um den Clou der ersten Lesung besser zu verstehen, muss man ein paar Verse weiterlesen; sonst erscheint sie mit dem Evangelium – Jesus bei Martha und Maria zu Gast – vor allem als ein Vorbild für Gastfreundschaft.

Aber wer wird da bewirtet? Das Rätselhalte um die Besucher wird nicht aufgelöst, sondern noch übertroffen durch das Wort über Sara: ein Sohn. Maria aus Nazareth wird später auf das ähnliche Verheißungswort des Engels spontan abwehrend reagieren und fragen. „Wie soll das geschehen?“ Sara, wenn sie an sich herunter- und auf ihren Abraham schaut, ist da unverblümter: Zum Lachen! Ihre eindeutige Äußerung empfindet der Besucher als Affront: „Ist denn beim Herrn etwas unmöglich?“ Wie sich später zeigt, war es keine rhetorische Frage. ars

Gen 18,1-12a

Der Herr erschien Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang. Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen. Ich will einen Bissen Brot holen und ihr könnt dann nach einer kleinen Stärkung weitergehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast. Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Rühr es an und backe Brotfladen! Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und übergab es dem Jungknecht, der es schnell zubereitete. Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen. Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er. Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara hörte am Zelteingang hinter seinem Rücken zu. Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen. Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt. Sara lachte daher still in sich hinein.

Nahe

10. Juli 2016, 15. Sonntag im Jahreskreis C

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die historisch-kritische Exegese die vom Gestrüpp der Jahrhunderte fast überwucherte zentrale Botschaft Jesu neu entdeckte.

„Die Basileia Gottes ist nahe gekommen.“ Was hat er damit gemeint? Die Meinungen darüber fallen unterschiedlich aus je nachdem, wie das „nahe“ zu verstehen ist. Jesus erzählt am liebsten Gleichnisse, wenn er erklären will, was er meint, Paulus redet lieber von der „Gerechtigkeit Gottes“.
Eine Verstehenshilfe kann da vielleicht die erste Lesung geben. Der Deuteronomist, der durch Mose noch einmal an alle Worte Gottes erinnert, muss am Ende ins Grübeln gekommen sein: Kann Israel dem allem nachkommen? Ja, ist er sich sicher: „Das Wort ist ganz nah bei dir. Es ist auf deinem Mund und in deinem Herzen.“ Von sich selbst wird das niemand behaupten wollen, ohne schamrot zu werden. Das erkennt aber der Glaube der Kirche als wirklich geworden in dem Mann aus Nazareth – einmal, und so für die nach ihm zum Greifen nahe. ars

Dtn 30,10-14

Mose sprach zum Volk: Du sollst auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hören und auf seine Gebote und Gesetze achten, die in dieser Urkunde der Weisung einzeln aufgezeichnet sind. Du sollst zum Herrn, deinem Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zurückkehren. Denn dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Es ist nicht im Himmel, so dass du sagen müsstest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herunter und verkündet es uns, damit wir es halten können. Es ist auch nicht jenseits des Meeres, so dass du sagen müsstest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können? Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.

Bewohnbare Welt

3. Juli 2016, 14. Sonntag im Jahreskreis C

„Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“. Diese Einsicht muss Jesus plötzlich gekommen sein als nach Lukas die Jünger berichten, dass auch sie Macht über die Dämonen haben.

Diese Einsicht Jesu teilt der Seher Johannes: „Gestürzt wurde der große Drache, die alte Schlange“ (Offb 12,9).
Wenn Jesus neu mit dem Wort vom nahen Herr-Sein Gottes auftritt, agiert er auch als Exorzist. Denn überall ist die Konkurrenz schon zur Stelle, überall ist besetztes Land: Menschen unter der Herrschaft von „Mächten und Gewalten“, wie sein Schüler Paulus sie nennt. Die Dämonen müssen vertrieben werden, damit bewohnbare Orte in der Welt entstehen und Menschen ohne Angst und in Frieden miteinander leben können. Anderes Wort für Basileia: bewohnbare Welt. hak

Lk 10,1-12.17-20

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.

Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.

Wer ist das? (3)

26. Juni 2016, 13. Sonntag im Jahreskreis C

Eine kurze Fermate auf dem Weg Jesu nach Jerusalem.

Er ist entschlossen, nach Jerusalem zu gehen. Deswegen verweigern ihm die Samaritaner die Unterkunft. Sollen sie dafür bestraft werden? Nein! Elija hatte noch ganz anders gehandelt.
Einer sagt zu Jesus: „Ich will dir folgen, wohin du auch gehst“; er wird abgeschreckt. Ein anderer will auch, aber sich noch von seiner Familie verabschieden. Nicht geeignet. Einen anderen fordert Jesus selbst auf, mit ihm zu gehen – und stürzt ihn in ein Dilemma: Ist das Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren“ jetzt nicht mehr alles? „Lass die Toten ihre Toten begraben.“ – Denkt Jesus dabei nur an den einen? Was der mit dem Bescheid anfing, wird nicht berichtet. ars

Lk 9,51-62

Als die Zeit herankam, in der er (in den Himmel) aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf. Als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

Wer ist das? (2)

19. Juni 2016, 12. Sonntag im Jahreskreis C

Diesmal provoziert Jesus selbst die Frage: „Für wen halten mich die Leute?“

Nach den Umfragen des damaligen Allensbach-Instituts wird er irgendwo bei den Propheten Israels eingeordnet. Das ist schon viel gegenüber dem „Sohn des Zimmermanns“. Petrus geht darüber hinaus: „Der Messias Gottes.“ Ihm ist nicht bewusst, welche Lawine er damit lostritt, Jesus schon: Er verhängt absolutes Redeverbot. Erst wenn ihn im Verhör der Hohepriester fragt: „Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten?“ sagt er dazu öffentlich Ja und wird dafür verurteilt.
Ein Messias, der leiden muss und scheitert, ist undenkbar; auch Petrus ist das wie den anderen Elf absolut fremd, ebenso den späteren Rabbinen. Jesus – vor allem ein Dekonstruktivist? ars

Lk 9, 18-24

In jener Zeit, als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

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