„… dass wir Fortschritte machen im Verstehen des Arcanums Christi …

1. März 2020, Erster Fastensonntag im Lesejahr A

… und dass wir die richtigen Konsequenzen daraus ziehen.“ Darum bittet die Kirche an diesem Ersten Fastensonntag. Und beschreibt so das Programm für die kommenden vierzig Tage bis Ostern. 

Die Lesungen konzentrieren sich weniger auf die Konsequenzen. Sie umkreisen das Arcanum, das Geheimnis Christi: Dem ersten Menschen, Adam, gegenüber ist er in die Position des neuen, letzten Adam erhoben. Aber nicht einfach so. Er wird versucht, ihm wird der Prozess gemacht. Er wird einen gefährlichen Weg geführt, bis aus dem ‚alten Adam‘ der neue Mensch werden kann. Was die Ersten im Paradiesgarten erreichen wollten: Sein wie Gott, wird dem Letzten zuteil – durch seinen Gehorsam. ars

Röm 5,12-19

Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten. Sünde war schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt; dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht wie Adam durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten; Adam aber ist die Gestalt, die auf den Kommenden hinweist. Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheim gefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden. Anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich mit dieser Gabe: Das Gericht führt wegen der Übertretung des einen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung. Ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen, so werden erst recht alle, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteil wurde, leben und herrschen durch den einen, Jesus Christus. Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen, die Leben gibt. Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.

Alles euer

23. Februar 2020, 7. Sonntag im Jahreskreis A

Wie kann der überweltliche Gott in der Welt einen Ort haben, wo er wohnt? Judentum und Christentum haben auf ihrem Weg erfahren, dass Gott in der Mitte seines Volkes wohnen will und zugleich der Heilige bleibt. Wie lässt sich von daher das Verhältnis der christlichen Gemeinde zur Welt und ihren Maßstäben beschreiben?

Diese Frage der Gemeinde in Korinth beantwortet Paulus überraschend: Alles ist euer. Und er zählt verschiedenes auf: die Welt, das Leben sowie den Tod. Als Grund und Grenze solcher Freiheit beschreibt der Jude Paulus eine Bindung, in die alles hineingestellt werden kann: Alles gehört euch, ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott. hak

1 Kor 3,16-23

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr. Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List. Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken der Weisen; er weiß, sie sind nichtig. Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles gehört euch; Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch; ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott.

Gebote zur Freiheit

16. Februar 2020, 6. Sonntag im Jahreskreis A

Die Weisheitslehrer Israels wussten, dass dem Menschen eine unglaubliche Freiheit in die Hand gelegt ist: „Der Mensch hat Leben und Tod vor sich. Was er begehrt, wird ihm zuteil.“ Das eigene Schicksal hat wesentlich mit dieser Grundentscheidung zu tun.

Die Größe Gottes spiegelt sich in dieser Freiheit des Menschen. Bei ihrer Verwirklichung bleibt der Mensch aber zu allem fähig. Deswegen sind Erfahrungen, die vor unserem eigenen Leben gemacht wurden, unschätzbar. Sie helfen, diese Freiheit so zu verwirklichen, dass sie fruchtbar wird für viele. Damit nicht jeder Mensch und jede Generation die gleichen Fehler wiederholen muss, wurden diese Erfahrungen im Laufe von Jahrhunderten gesammelt in einer Vielzahl von Geboten und Verboten. Wir kennen davon in der Regel nur noch die zehn bekanntesten. Diese wollen die Freiheit des Menschen nicht einschränken, sondern zu ihrem Ziel führen. ruk

Sir 15,15-20

Gott gab den Menschen seine Gebote und Vorschriften. Wenn du willst, kannst du das Gebot halten; Gottes Willen zu tun ist Treue. Feuer und Wasser sind vor dich hingestellt; streck deine Hände aus nach dem, was dir gefällt. Der Mensch hat Leben und Tod vor sich; was er begehrt, wird ihm zuteil. Überreich ist die Weisheit des Herrn; stark und mächtig ist er und sieht alles. Die Augen Gottes schauen auf das Tun des Menschen, er kennt alle seine Taten. Keinem gebietet er zu sündigen, und die Betrüger unterstützt er nicht.

Nur eine Prise Salz?

9. Februar 2020, 5. Sonntag im Jahreskreis A

Matthäus schreibt am Ende seines Evangeliums vom Auftrag Jesu zu allen Völkern zu gehen. Aber was heißt das genau und wie soll man sich das vorstellen? Wie soll eine winzige Schar etwas Weltbewegendes leisten?

Es kommt nicht auf die Zahl an, nicht auf eine ausgeklügelte Strategie oder Struktur. Nein, im Bild gesprochen kommt es nur auf das Eine an: die Prise Salz. Sie ist nur eine winzige Zutat im Gesamten der Suppe. Die alles verändernde Größe bleibt immer Minderheit im Ganzen der Welt. Worin also liegt der wirksame Effekt des unscheinbar Kleinen für das große Ganze? Im Bild Jesu gesprochen: dass das Salz nicht schal wird! Auf die Lage unserer Kirche bezogen: Nicht organisatorische, strukturbezogene Überlegungen können ihre Reform einleiten, sondern dass einige wieder beherzt „salzig“ leben. bek

Mt 5,13-16

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Erwünscht und befürchtet

2. Februar 2020, Darstellung des Herrn

Mit dem Fest „Darstellung des Herrn“ tritt die Liturgie noch einmal für einen Augenblick in die Advents- und Weihnachtzeit zurück, in die sichere Erwartung und anfängliche Erfüllung. Der Prophet Maleachi kennt die Spannung, die mit der Ankündigung von Gottes Kommen einhergeht: Dass wir Ihn suchen und herbeiwünschen, zugleich aber die Frage stellen: Wer erträgt den Tag, an dem er kommt?

Dennoch ist die Sicherheit seines Kommens unerschütterlich, denn es gibt den Ort, wohin er kommen kann: sein Tempel, Juda und Jerusalem – und es gibt eine Zeit, die als Maß gilt: die Tage der Vorzeit, die längst vergangenen Jahre. So hat die versprochene Reinigung wie durch Feuer und Lauge bereits erfüllte Rahmenbedingungen und eine klare Ausrichtung auf das Opfer, das richtig ist; d.h. auf die ständige Beziehung zwischen dem Gottesdienst und einem Leben in Gerechtigkeit. tac

Mal 3,1–4

So spricht Gott, der Herr: Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.

Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heerscharen. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Walker. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen. Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.

Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen.

26. Januar 2020, 3. Sonntag im Jahreskreis A

Das sagt der Engel zu den Frauen, die zum Grab Jesu kommen und verzweifelt sind, weil sie es leer finden. Dorthin verweist sie auch Jesus. Das leere Grab und die Angabe „Galiläa“ wurden immer als dunkel empfunden und waren Anlass zu allerlei Spekulationen.

Matthäus erzählt schon für den Beginn des Auftretens Jesu: Er zog sich nach Galiläa zurück. Seine Herkunft aus dem „Galiläa der Heiden“, aus Nazaret, blieb an ihm haften bis zur Inschrift am Kreuz (JNRJ). Bewohnt von den Stämmen Sebulon und Naftali, war Galiläa schon 732 v. Chr. von den Assyrern erobert und mit Heiden besiedelt worden. „Kann von dort etwas Gutes kommen?“ Diese „Schmach“ war auch zweihundert Jahre später noch Jesaja präsent. Aber Jesaja öffnet ein Fenster in die Zukunft und Matthäus macht es weit auf: In Galiläa erscheint ein Licht. Die Wiederbelebung der verlorenen Stämme beginnt mit der Sammlung der Zwölf. Nach Joseph Ratzinger ist das Neue am Neuen Testament die Person Jesu und die Figur der Zwölf. ars

Mt 4,12-23

Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Das Geheimnis des Knechtes

19. Januar 2020, 2. Sonntag im Jahreskreis A

Knechte gibt es heute nur noch in den etwas zu bunten Heimatfilmen vergangener Jahrzehnte: Sie bevölkern Alpentäler oder einsame Almen und schuften als abhängige Arbeiter unter der Knute ihrer launischen Bauern. Mit diesen verschrobenen Figuren hat der „Knecht Gottes“, dessen Gestalt mehrfach im Buch des Propheten Jesaja erscheint, wenig gemeinsam.

Dort bleibt die Gestalt des Knechtes Gottes im Dunkeln. Ist eine historische Figur gemeint, ein einzelner, oder vielleicht das Gottesvolk als Ganzes? Für die zweite Interpretation spricht, dass es um einen Auftrag „für die Völker“ geht: ein Licht sein, das die Richtung zeigt. Israel als Volk ist dieser Knecht in der Welt, im Dienstverhältnis Gottes. Seine Arbeit? Darstellen, wie Gott diese Welt will. Wie Friede unter den Menschen möglich wird. Was eine gerechte Gesellschaft ist. Sein Arbeitsvertrag? Der Bund. Seine Strategie? Das Leben bis in die kleinsten Details von den Geboten Gottes prägen lassen. acb

Jes 49,3.5-6

Der Herr sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Jetzt hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt, und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Von der Sehnsucht der Inseln

12. Januar 2020, Taufe des Herrn im Lesejahr A

Beim Fest der Taufe Jesu geht es um Israel. Gottes Gefallen an seinem Knecht erneuert die Berufung Israels. Das Bild des Gottesknechtes, auf den Gott seinen Geist legt, hat Jesaja gut 500 Jahre vorher poetisch beschrieben.

Es verdichtet, was Gott mit dem Volk vorhat: Israel ist nicht für sich selber da: Auf sein Gesetz warten die Inseln. Das Volk des Bundes ist dazu bestimmt, Licht für die Völker zu sein. Darum heißt es, dass der Gottesknecht den glimmenden Docht nicht auslöscht, sondern neu entfacht. hak

Jes 42,1-4.6-7

So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln. Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

In Jerusalem

5. Januar 2020, 2. Sonntag nach Weihnachten im Lesejahr A

Die Weisheitslehrer Israels wussten, dass es sich lohnt, das Leben in Übereinstimmung mit der von Gott her vorausgedachten Berufung zu gestalten, mithilfe der Weisheit. Diese ist aber nicht immer und überall zu finden, sondern an einem bestimmten Ort.

In der gesammelten Weisheit des Volkes Israel, also in Jerusalem ist sie zugänglich geworden. Deswegen müssen die drei Weisen auch zuerst nach Jerusalem gehen, um den Weg zum Messias zu finden. Deswegen ist auch das Leben Jesu untrennbar mit dieser Stadt verbunden: von dort bezog er seine eigene Weisheit und dort hat er sie endgültig bezeugt. ruk

Sir 24,1-2.8-12

Die Weisheit lobt sich selbst, und inmitten ihres Volkes rühmt sie sich. In der Versammlung des Höchsten öffnet sie ihren Mund und in Gegenwart seiner Macht rühmt sie sich: Der Schöpfer des Alls gebot mir, der mich schuf, ließ mein Zelt einen Ruheplatz finden. Er sagte: In Jakob schlag dein Zelt auf und in Israel sei dein Erbteil! Vor der Ewigkeit, von Anfang an, hat er mich erschaffen und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. Im heiligen Zelt diente ich vor ihm, so wurde ich auf dem Zion fest eingesetzt. In der Stadt, die er ebenso geliebt hat, ließ er mich Ruhe finden, in Jerusalem ist mein Machtbereich, ich schlug Wurzeln in einem ruhmreichen Volk, im Anteil des Herrn, seines Erbteils.

Mein Sohn

29. Dezember 2019, Fest der Heiligen Familie im Lesejahr A

In der frühen, nach-neutestamentlichen Zeit wurde gezielt das Gerücht verbreitet, Jesus aus Nazareth sei das Kind aus der Liaison eines römischen Legionärs mit einem jüdischen Mädchen namens Mirjam.

Auch sein Aufenthalt in Ägypten, wie Matthäus im heutigen Evangelium erzählt, wurde entsprechend denunziert: Dort habe sich Jesus die Magie und Zauberkünste der ägyptischen Priester zu Eigen gemacht, um mit ihrem Wissen seine Zeitgenossen mit seinen übermenschlichen Fähigkeiten zu überrumpeln. Was ist das mit dem Sohn, von dem Matthäus im Blick auf Jesus sagt: „Aus Ägypten rief ich meinen Sohn“? Das war zuerst ein Wort des Propheten Hosea (11,1), und der meinte das Volk Israel. Im Credo bekennen wir aber von Jesus Christus: „Er ist vom Himmel herabgestiegen.“ Wie geht das alles zusammen: „Mein Sohn“ im Singular (Jesus) und im Plural (das Volk)? Der Sohn einer Familie in Nazareth und der Sohn Gottes aus dem Himmel? – Die Heilige Familie muss keine Idylle gewesen sein. ars

Mt 2,13-15.19-23

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot. Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

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