Mobil bleiben

29. April 2018, 5. Sonntag der Osterzeit B

Mobiles Telefon, mobile Gesellschaft, mobil noch im Alter. Wie kaum etwas bestimmt Mobilität unsere Welt und unser Leben. Da taucht wie aus der Versenkung das Wort „bleiben“ auf.

Gleich achtmal wird es in dem kurzen Abschnitt aus dem Johannesevangelium genannt. Wir wussten es fast: Kirche und Christentum sind das Gegenteil von mobil. Starrheit und Unbeweglichkeit sind ihre Kennzeichen. Aber das Bleiben des Johannes ist nicht ein „So bleiben wie es war“, sondern: treu sein, dranbleiben. Nicht ein Zustand bleibt, sondern eine Verbindung. Jeden Tag kann es anders sein. Bleiben heißt: Das Leben und das Schicksal mit dem Mann aus Nazareth und seinen Jüngern teilen. acb

Joh 15,1-8

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Ein einziger Name

22. April 2018, 4. Sonntag der Osterzeit B

In der Antike steht der Name für die Person. Er kennzeichnet ihr Wesen und ihr Wollen. Das gilt auch für den Namen Gottes. Sein ‚Eigenname’ JHWH hat eine dynamische Bedeutung: „Ich bin da für Euch“.

Der Jude Petrus und seine Gefährten erklären nach Ostern: Jesus ist der einzige Name durch den Rettung und Hilfe kommen. Den Jüngern war aufgegangen, dass Gott da ist und hilft durch diesen Handwerker aus Nazaret, der Gutes tat und Israel neu sammelte. Das bedeutet auch der Name Jesu, Je-shua, „JHWH rettet“. Die Dynamik des Gottesnamens ist in ihm personifiziert und sie wirkt weiter, wo die Jünger in seinem Namen tun was er tat. hak

Apg 4,8-12

Petrus sagte, erfüllt vom Heiligen Geist: Ihr Anführer des Volkes und ihr Ältesten! Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Dieser Jesus ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

 

Nichts Neues unter der Sonne?

15. April 2018, 3. Sonntag der Osterzeit B

Zweimal taucht im Abschnitt aus dem Johannesbrief das Wort „Gebote“ auf. Aber kennen wir die nicht längst schon? Seit Israel sie am Sinai feierlich empfing?

Im Johannesevangelium formuliert Jesus die Neuheit seines Gebotes. Man könnte es als die innere Zielrichtung aller bisher bekannten Gebote der Bibel bezeichnen: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander!“ So seltsam es klingt, das Wort „lieben“ ist hier ein Fachbegriff, der die Übersetzung des griechischen Wortes ‚agapein‘ darstellt. Es bezeichnet das Miteinander der Getauften – mit dem Ziel, die Gemeinde aufzubauen – als irdischen sichtbaren Leib des auferweckten Jesus von Nazareth. Das ist so vergessen wie aufregend neu. bek

1 Joh 2,1-5a

Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt. Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm. Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet.

Das vierte Paradies

8. April 2018, 2. Sonntag der Osterzeit B

In der jungen Schöpfung gab es laut Genesis einen von Gott angelegten Garten, wo der Mensch alles hatte, was er brauchte. Der Garten ging verloren – seither ist die Geschichte Gottes mit seinem Volk ständig dem Paradies auf den Spuren.

Es war zum Greifen nahe, als Israel, den Ägyptern entflohen, in der Wüste sich dem gelobten Land näherte. Einem überaus reichen Land, das allerdings nur durch das Halten der Torah zu gewinnen war. In weite Ferne rückte es für Israel im Exil. Wieder verheißen war es als Rückkehr und Wieder-Einzug ins Land – aus Erbarmen. Aber es blieb Verheißung, das Land besetzt, das Volk voller Not.

Lukas scheut sich nicht über die nachösterlichen Gemeinden zu sagen: Da litt niemand Not, denn sie hatten alles gemeinsam. Damit beschreibt er ihre nüchterne Realität als erfüllte Paradiesverheißung. tac

Apg 4,32-35

Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.

„Er ist nicht hier“

1. April 2018, Ostersonntag B

„Er ist nicht hier“, sagt der junge Mann den drei Frauen, die frühmorgens zum Grab Jesu kommen. Wo war der gekreuzigte und tote Jesus von Karfreitag bis Ostern? Theologen haben sich darüber den Kopf zerbrochen.

Im Credo heißt es: „Hinabgestiegen in das Reich des Todes.“ In vielen Darstellungen wird ausgemalt, wie die gerechten Toten der früheren Zeit aus dem Rachen des Todes befreit werden. Markus bietet eine andere Antwort. Die Frauen sollen den Jüngern und vor allem Petrus sagen: „Er geht euch voraus nach Galiläa.“ Keineswegs kommen sie dieser Aufforderung nach, sie fliehen verschreckt und entsetzt, sagen niemandem etwas. Geht man dem Verweis auf Galiläa nach: In Galiläa war Jesus aufgetreten; dort hatten ihn die Jünger, auch Petrus, gehört und gesehen, aber verstanden hatten sie nichts, bis zuletzt. Die Frauen suchten „Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten“, aber das Evangelium fängt so an: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“. „Der Christus der Evangelien ist der einzig wahre historische Jesus“ sagte Joseph Ratzinger bei einem Symposion in Israel. Ostern: den Jüngern geht auf, wer Jesus ist. ars

Mk 16,1-8

Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang wegwälzen? Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemandem etwas davon; denn sie fürchteten sich.

Welttheater

25. März 2018, Palmsonntag B

Der Palmsonntag baut eine kleine Bühne auf. Auf dem Programm steht: Ankunft Jesu in Jerusalem, begeisterte Aufnahme, Prozess und Hinrichtung.

Das kleine liturgische Spiel am Anfang, wenn die Heutigen mit Zweigen in der Hand in die Kirche hineingehen, will sagen: Für die nächsten Momente sind sie Mitspieler in einer Geschichte, deren Teilnehmer sie in Wirklichkeit schon sind. In ihr sind die Getauften nicht Zuschauer, sondern Akteure. Die langen Texte sprengen dabei die Kurznachrichtenformate. Sie sprengen auch unsere kleine Welt. Das Drama ist nichts weniger, als das: Wie das Wollen Gottes sich in der Welt realisieren kann. Wie gelingt das? Die Antwort gibt Jesaja: Sich die Ohren öffnen lassen. Erschöpften unter die Arme greifen. Den Rücken hinhalten. acb

Jes 50,4-7

Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

Nostalgie?

11. März 2018, Vierter Fastensonntag B

Psalm 137 ist ein Lied der Trauer und Sehnsucht nach Jerusalem, das Israeliten im babylonischen Exil geschrieben haben. Das Ersehnte ist nicht nur „Heimat“, sondern Inbegriff der Verheißung Gottes.

Ja, um eine bestimmte Stadt geht es diesem Gott, um ein bestimmtes Land und ein Volk darin. So nämlich ist seine Logistik: von einem Punkt aus soll der ganzen Welt seine Vernunft und Güte bekannt werden. Um diesem Ziel näherzukommen, spannt er zum Beispiel auch den persischen Herrscher Kyrus im 6. Jh. B.C. ein. Kyrus bekennt sich als Dienstleister des Weltenherrn, des Gottes Israels, und lässt in dessen Auftrag den Jerusalemer Tempel wieder aufbauen: Der biblische Gott handelt durch Menschen, auch durch Heiden. bek

Ps 137,1-6 und 2 Chr 36,22-23

An den Strömen von Babel, da saßen wir und weinten wenn wir an Zion dachten. Wir hängten unsere Harfen an die Weiden in jenem Land. Dort verlangten von uns die Zwingherren Lieder, unsere Peiniger forderten Jubel: „Singt uns Lieder vom Zion!“ Wie könnten wir singen die Lieder des Herrn, fern, auf fremder Erde? Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren. Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich an dich nicht mehr denke, wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe.

 

2 Chr 36,22-23
Im ersten Jahr des Königs Kyrus von Persien sollte sich erfüllen, was der Herr durch Jeremia gesprochen hatte. Darum erweckte der Herr den Geist des Königs Kyrus von Persien und Kyrus ließ in seinem ganzen Reich mündlich und schriftlich den Befehl verkünden: So spricht Kyrus, der König von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Reiche der Erde verliehen. Er selbst hat mir aufgetragen, ihm in Jerusalem in Juda ein Haus zu bauen. Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört – der Herr, sein Gott, sei mit ihm –, der soll hinaufziehen.

Schöpfungsworte

4. März 2018, Dritter Fastensonntag B

Die Zehn Gebote nennen Juden auch „Zehn Worte“. Das Wort scheint Gottes Macht in der Welt zu sein: Er schuf Himmel und Erde durch seine Worte. Mit den zehn Worten sucht er jetzt Mitarbeiter, um seine eigentlich gute Schöpfung zu reparieren.

Die zehn Pfeiler seiner Sozialordnung werden nicht in ein dunkles, stilles Universum eingerammt, sondern in eine Geschichte, die als eine Liebesgeschichte enttarnt wird, wenn Gott verrät: „Ich bin ein eifersüchtiger Gott“. Wenn man von der Selbstvorstellung Gottes als Liebhaber und Befreier absieht, werden die vernünftigen Gebote ähnlich lästig, wie die Schöpfung sinn- und wertlos wird, wenn man sie von den Schöpfungsworten Gottes säubern will. tac

Ex 20,1-17

In jenen Tagen sprach Gott auf dem Berg Sinai alle diese Worte:

Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.

Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.

Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.

Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.

Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!

Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.

Du sollst nicht morden.

Du sollst nicht die Ehe brechen.

Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.

Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.

 

Die Versuchung eines Glaubenden

25. Februar 2018, Zweiter Fastensonntag B

Ein Sturm tobte durch den Blätterwald, als Papst Franziskus in einem Fernsehinterview die Vaterunser-Bitte „führe uns nicht in Versuchung“ interpretierte: „Gott stürzt einen nicht in die Versuchung, um dann zuzuschauen, wie ich gefallen bin.“

Bischöfe und Theologen stritten um die richtigen Worte, doch keiner redete von Abraham und seiner Versuchung. Gott wollte wissen: Bist du noch derselbe Abraham, der Sippe und Vaterhaus verließ, seitdem du selber Vater geworden bist? Ist dir der lang ersehnte Erbe derart kostbar geworden, dass du ihm alles andere opfern würdest? In der Erprobung wurde Abraham treu befunden. Denn er zog aus, obwohl er schon angekommen war, und suchte das Land, in dem er bereits wohnte. mim

Gen 22,1-14

Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er sagte: Hier bin ich. Er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar! Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, nahm zwei seiner Jungknechte mit sich und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte. Als Abraham am dritten Tag seine Augen erhob, sah er den Ort von Weitem. Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten: Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe, wir wollen dorthin gehen und uns niederwerfen; dann wollen wir zu euch zurückkehren. Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen beide miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham. Er sagte: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! Dann sagte Isaak: Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer? Abraham sagte: Gott wird sich das Lamm für das Brandopfer ausersehen, mein Sohn. Und beide gingen miteinander weiter. Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham dort den Altar, schichtete das Holz auf, band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sagte: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten. Abraham erhob seine Augen, sah hin und siehe, ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar. Abraham gab jenem Ort den Namen: Der Herr sieht, wie man noch heute sagt: Auf dem Berg lässt sich der Herr sehen.

Im Zeichen des Regenbogens

18. Februar 2018, Erster Fastensonntag B

Der Sache mit dem Regenbogen haben Gender- und Friedensbewegungen sich angenommen: weltumarmend friedenstrunkene Selbstbeglückung ist die Mission des farbigen Lichteffekts. Heile Welt. Die uralte Erzählung von Noah wusste mehr.

Die Menschen werden immer von Zwang, Neid, Spaltungen bedroht sein. Manchmal nimmt das Unrecht überhand, dann steigt der Gewaltpegel wie eine Flut. Dass Gott das Regenbogenzeichen des Bundes setzt, ist dichterische Sprache. Sie spricht von der Zuversicht, dass der Mensch die Antwort finden kann auf seine Fragen: Wie kann man Gewalt überwinden? Wie Gerechtigkeit finden, wie den Frieden? Er entdeckt die Antwort aber nicht einfach in sich selbst. Sie ist gesetzt. Man muss sie suchen, nach ihr Ausschau halten. Man kann die ganze Geschichte Israels, sogar die Menschheitsgeschichte, lesen als ein Forschen nach dieser Setzung, als eine Entdeckung dessen, was recht ist. acb

Gen 9,8-15

Gott sprach zu Noah und seinen Söhnen, die bei ihm waren: Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind. Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.

Seiten