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"Ganz weltlich, ganz Gott gehörig" Die dritte Inspiration erwuchs aus der Begegnung mit der in der Nazi-Zeit verbotenen Literatur und in der Auseinandersetzung mit dem atheistischen Existentialismus. Herbert Wallbrecher und Traudl Weiß besuchten die erste Aufführung von Paul Claudels "Der Seidene Schuh" nach dem Krieg in Köln bzw. in München. Hans Urs von Balthasar hatte 1947 anhand dieses Werks die Frage gestellt, in der sie ihre eigene Frage ausgedrückt fanden:
"Wie ist es möglich, zugleich ganz weltlich und ganz gottgehörig zu sein?"
"Claudel ist weltsüchtig, wie vor ihm nur Heiden, nicht Christen es waren. Und doch ist Claudel weltsüchtig, weil er Christ ist."
Herbert Wallbrecher, der als letzter Überlebender seiner Familie 1943 in München zwei Semester studieren durfte, wurde 1944 doch eingezogen. Über die Cousine eines Kriegskameraden, die Sekretärin für Traudl Weiß beim Heliand-Bund war, erfuhr er von ihr und ihrem Neubeginn mit dem "Jungen Bund". Er besuchte sie in München 1948 und lud sie anschließend nach Hagen zu Vorträgen von Josef Pieper ein.
Nach einem Jahr des näheren Kennenlernens heirateten Traudl Weiß und Herbert Wallbrecher im Oktober 1949. Trauzeuge war der Jugendfreund Herbert Wallbrechers aus Hagen, Johannes Joachim Degenhardt, der spätere Kardinal und Erzbischof von Paderborn. Er war durch all die Jahre Protektor der K.I.G.
Dr. Herbert Wallbrecher hat als Glaubender seine ganze Existenz – sein beträchtliches Vermögen, seine unternehmerische, juristische und wirtschaftliche Kompetenz – mit Leidenschaft und Vernunft für den Aufbau der werdenden Gemeinde eingesetzt.
So konnte die Gemeinde von Anfang an ohne Unterstützung des Staates oder der Kirchensteuer wachsen; dabei entrichten alle, die zur Gemeinde gehören, ihre Kirchensteuer bis heute.
Der Grundimpetus der finanziellen Unabhängigkeit wurde ein wesentliches Kennzeichen der Gemeinde.
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 Johannes Joachim Degenhardt
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