Alles was recht ist

24. September 2017, 25. Sonntag im Jahreskreis A

Schon seit Aristoteles gilt der Grundsatz: Das Gerechte ist das Verhältnismäßige, also die proportionale Entsprechung von Tun und Vergeltung, von Leistung und Gegenleistung. Die andere Gerechtigkeit, die mehr gibt, als erwartbar, ist überraschend.

In provozierenden Geschichten wie der heutigen stellen die Evangelien Jesu Handeln als Sichtbarwerden der unverfügbaren Güte Gottes dar, die ein anderes Ziel hat: die verschiedensten Personen im Weinberg zu sammeln, nicht am Maß einer Leistung messend. Darüber ärgern sich vor allem die Frommen. Sie vergleichen neidisch und verlieren damit alle Freude an Mühe und Lohn. Mit der Entlarvung der falschen Sicht auf Gott und auf die anderen wirbt das Gleichnis um Zustimmung zum neuen Maß, der Sammlung Israels. hak ­­

Mt 20,1-15

Jesus sagte seinen Jüngern dieses Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen hinausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Markt stehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste Stunde und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder hinaus und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging, traf er wieder einige, dir dort standen. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen von den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten kamen, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten einen Denar. Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben die Last des Tages und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?

‚No tinc por‘ – Keine Angst

17. September 2017, 24. Sonntag im Jahreskreis A

„Jeder lebt für sich selbst und jeder stirbt für sich selbst“ sagt das Lebensgefühl vieler Zeitgenossen in nüchternen Momenten. Für die, die dem Herrn gehören, ist ihr Leben und Sterben nicht mehr ihr Problem.

Am Sinai hört Israel das Gotteswort: „Mir gehört die ganze Erde, ihr aber sollt mir als ein heiliges Volk gehören.“ Das ist der Gegenpol zur ‚Heidenangst‘ um das eigene Leben. Denn von diesem Anspruch her entwickelt Israel die Wachheit, in jeder Situation furchtlos zu fragen, was stimmig ist. So kommt eine große Sammlung von Beispielen zusammen, die konkretisieren, was ‚gottgehörig‘ heißt. Wieder und wieder wurde dies als Gesetzesreligion missverstanden und doch gab es Israel Freiheit und Sicherheit in allen erdenklichen Lebenslagen. Für den Schriftgelehrten Paulus ist diese schöpferische Freiheit Israels in Jesu Leben und Sterben verkörpert. Daran erinnert er die Gemeinde in Rom: „Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.“ mim

Röm 14,7-9

Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.

Die Freiheit das Falsche zu tun

10. September 2017, 23. Sonntag im Jahreskreis A

Nur weil es die Wahrheit als Maßstab gibt, ist Unterscheidung möglich. Die gesamte biblische Heils- und Unheils-Geschichte ist ein Ringen um diese prophetische Unterscheidung. Denn die Wahrheit erschließt sich nicht in Thesen und Theorien, sondern in den verzwickten menschlichen Verhältnissen.

Ihr Maß will erkannt und benannt werden, weil der Mensch grundsätzlich vor allem in Ruhe gelassen werden will und nichts wissen will von den Folgen seines Tuns. Die undankbare Verantwortung der Propheten und des prophetischen Volkes besteht darin, die Wahrheit auch gegen diesen Widerwillen zu vertreten. Erst die prophetische Warnung eröffnet dem Menschen in seinem geliebten Zustand der Ahnungslosigkeit die Freiheit das Falsche zu tun, oder eben umzukehren. tac

Ez 33,7-9

So spricht der Herr: Du Menschensohn, ich gebe dich dem Haus Israel als Wächter; wenn du ein Wort aus meinem Mund hörst, musst du sie vor mir warnen. Wenn ich zu einem, der sich schuldig gemacht hat, sage: Du musst sterben!, und wenn du nicht redest und den Schuldigen nicht warnst, um ihn von seinem Weg abzubringen, dann wird der Schuldige seiner Sünde wegen sterben. Von dir aber fordere ich Rechenschaft für sein Blut. Wenn du aber den Schuldigen vor seinem Weg gewarnt hast, damit er umkehrt, und wenn er dennoch auf seinem Weg nicht umkehrt, dann wird er seiner Sünde wegen sterben; du aber hast dein Leben gerettet.

Von der christlichen Logik

3. September 2017, 22. Sonntag im Jahreskreis A

„Umwertung aller Werte“ ist ein Schlagwort, das kaum jemand mit dem Christentum verbinden dürfte. Und doch kehrt Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Rom zentrale Begriffe radikal um:

„Opfer“ – für den religiösen Menschen ist das ein geschlachtetes Tier, für Paulus ist es der Mensch, der in der Gemeinde lebt und sie mitaufbaut. „Gottesdienst” – nach dem allgemeinen Verständnis eine Zusammenkunft mit Beten und Singen, für den Apostel der vernünftige Umgang mit den konkreten Details im Lebens des Einzelnen und der Gemeinschaft: soziale und wirtschaftliche Fragen, Krankheit und Tod, Erziehung der Kinder und Pflege der Alten, Aufnahme von Gästen und Einführung in das gemeinsame Leben, Rücksicht auf die Schwächen der anderen und Lernen aus Fehlern. In diesem „logischen Gottesdienst“ darf kein Stück Welt fehlen und doch folgt alles einem anderen Maß. mim

Röm 12,1-2

Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene („logische“) Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.

Schlüsselwort

27. August 2017, 21. Sonntag im Jahreskreis A

Auch um in Gottes neue Welt zu kommen, braucht man ein Passwort. Das Schlüsselwort fürs Himmelreich hatte Petrus: „Du bist der Messias.“ Auch wenn dieses Wort in der jüdischen Vorstellung gar nicht so eindeutig war:

Es geht letztlich immer um das Volk Israel, um seine Reform und Wiedersammlung.
Das ist der Boden, der Fels, auf dem auch die Gemeinde Jesu steht: Die Wahl Gottes, der auf ein kleines Volk seinen Auftrag legte. Wenn Christen glauben, an diesem Auftrag teilzuhaben, geht es nur mit diesem Schlüsselwort: durch einen Juden und mit der Teilnahme an der Geschichte seines Volkes. Daran entscheidet sich – so Matthäus – alles. acb

Mt 16,13-20

Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels –, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei.

Wer Hilfe braucht

20. August 2017, 20. Sonntag im Jahreskreis A

Konzentration auf die Neusammlung Israels und Sorge für alle sind bei Jesus kein Gegensatz, auch nicht ein zeitliches Nacheinander. Als er, der Jude, der nicht jüdischen Frau begegnet, geschieht das Überraschende:

Sie akzeptiert den Auftrag Jesu für Israel, greift sogar sein Argument auf, dreht es aber unbekümmert um zu einem überzeugenden Argument für ihre Bitte um Hilfe. Ein solches unbeirrbares Vertrauen rückt sie in die Nähe der großen Glaubenden Israels, wie Abraham. Allen Berufenen hilft gerade sie, das Ihre zu erkennen, zu wollen und zu tun. hak

Mt 15,21-28

Jesus zog sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast Recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Dasselbe – ganz anders

13. August 2017, 19. Sonntag im Jahreskreis A

Nach einem langen, zermürbenden Kampf gegen die falschen Götter kehrt der Prophet Elija resigniert zum Horeb zurück und will nicht mehr leben. Er steht auf dem Berg, dort, wo Israels Geschichte begann, wie Mose, als er die Torah empfing. Und wieder: Gewittersturm, Blitz, Donner und Erdbeben. Doch diesmal ist der Sturm nur Sturm, das Beben nur Beben, das Feuer nur Feuer – normale Wetterphänomene. Die Stimme Gottes ist darin nicht zu hören. Aber wie ist sie überhaupt zu hören?

Wie klang es, als Gott zu Elija sprach? Der biblische Autor deutet es nur an; in der kongenialen Übersetzung Martin Bubers: „eine Stimme verschwebenden Schweigens“. Der laute, kämpferische Prophet musste genau hinhören, ja, er musste sogar über seine eigene Enttäuschung hinweghören. Vielleicht geschah sein Hören wie später bei Maria, von der es heißt: „sie fügte alles in ihrem Herzen zusammen“. mim

1 Kön 19,9a.11-13a

In jenen Tagen kam Elija zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Komm heraus, und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr kam nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr kam nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr kam nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.

Sukzession

6. August 2017, Fest Verklärung des Herrn

Auf dem Berg begegnen einander drei bereits zum vollen Maß verklärte Gestalten und drei vorerst ängstlich erstaunte: Mose, Elija, Jesus und Johannes, Jakobus, Petrus. Alle sechs verbindet die Entschlossenheit, die „Stimme aus der Wolke“ zu hören.

Alle sechs folgen dieser Stimme und geraten auf einen Weg des Leidens und der großen Zeichen. Es besteht eine Kontinuität, die Himmel und Erde verbindet: vom Prophetischen über das Messianische zum Apostolischen und Petrinischen. Ein einziger Weg der „Sukzession“ von Menschen, die der Wolke zuhören und Hütten auf der Erde bauen wollen. So kommt das menschlich nicht Machbare unter die Menschen. tac

Mt 17,1-9

Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Wünsch dir was!

30. Juli 2017, 17. Sonntag im Jahreskreis A

„Du hast einen Wunsch frei“ ist ein beliebtes Motiv in den Märchen. Gewöhnlich erweist sich der spontan geäußerte Wunsch als eine Falle, und der Held muss zufrieden sein, wenn er am Ende nicht schlechter dasteht als zu Beginn. Die Bibel zeigt an dem jungen König Salomo, was einen Wunsch wert ist.

Genauer gesagt: was man von Gott erwarten darf, wenn man ihn darum bittet. Nicht Reichtum, langes Leben und militärischen Erfolg, sondern Weisheit, das heißt, die Fähigkeit, zu hören und zu unterscheiden. mim

1 Kön 3,5.7-12

Der Herr erschien dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll. Und Salomo sprach: Herr, mein Gott, du hast deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.

Welt

23. Juli 2017, 16. Sonntag im Jahreskreis A

Dass Gott nicht die Religion, sondern die Welt erschaffen hat, ist ein gern zitiertes Wort des Religionsphilosophen Franz Rosenzweig. Es gibt ziemlich genau wieder, was Matthäus in seinem Evangelium in das Jesus-Wort fasste: „Der Acker ist die Welt.“

Was das „Himmelreich“ ist, geschieht hier, nicht über den Sternen. Es geschieht jetzt, nicht am Sankt-Nimmerleinstag. Es geschieht im Verhalten dem nächsten Glaubensgenossen gegenüber, nicht in Gefühlen für Millionen von Unbekannten. Deswegen regelt die Tora Besitzverhältnisse ebenso wie sexuelle Beziehungen, das Verhalten im Zeugenstand, Tierschutz und Finanzgebaren. Auch Jesus belehrt seine Jünger über den Umgang mit Schuld, Ehrgeiz und dem Herrschenwollen. Vorausgesetzt ist die Gottesherrschaft, von der er in Bildern redet: Die Saat auf dem Acker, das winzige Senfkorn, die minimale Hefe. Die neue Welt Gottes beginnt meist müheselig, klein und unscheinbar. Aber sie wächst. Mitten in dieser Welt, als Welt. acb

Mt 13,24-43

Jesus erzählte der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zum Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune. Er erzählte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt wird und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

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